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Manchmal sind die Sachen so duff, dass man sich nur wundern kann. Im Westen hört man die Meinung, man könne gegen den ISIS mit den Mullahs  zusammenarbeiten!! Neulich hat Präsident Obama an Khamenei (den religiösen Diktator im Iran) geschrieben und ihm vorgeschlagen, der Iran möge sich am Kampf gegen den ISIS beteiligen! Da lachen ja die Hühner. Tatsache ist, dass dieser Terrorstaat eine internationale Gefahr darstellt. Aus Deutschland haben sich mehr als 500 Menschen an den ISIS angeschlossen um zu kämpfen und zu töten.

Wer glaubt, die Vorstellungen von Al-Bagdadi (IS-Anführer) über einen islamischen Staat seien neu, der irrt sich. 1963 schrieb Al-Khomeini, der Gründer der Islamischen Republik, ein Buch mit dem Titel: Velayat al-Faqih. Er schrieb, was er über ein islamisches Imperium  dachte. Das Buch war der Grundstein für das Regime der Mullahs im Iran.

Die Ideenwelten von Al-Bagdadi und Al-Khomeini (Gründer der „Islamischen  Republik“ im Iran) sind sehr ähnlich. Die Methoden ihrer Durchsetzung sind ebenfalls ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass Khomeini vor mehr als 50 Jahren seine Ideen veröffentlichte und Al-Bagdadi 50 Jahre später. Sie sagen fast das Gleiche und sie wenden zur Errrichtung des Staats auch ähnliche Methoden an. Der ISIS glaubt, Schiiten seien Abtrünnige und müssten getötet werden. Die Methoden des ISIS sind weicher als die des Mullahregimes. Allein im Sommer 1988 wurden mehr als 30.000 Menschen in den Gefängnissen des Regimes getötet. Es waren darunter schwangere Frauen, Minderjährige. Tausendfach wurden Mädchen vor der Hinrichtung vergewaltigt. (Die Mullahs glauben, Jungfrauen kämen nicht in die Hölle. Sie wurden vergewaltigt, damit sie nach der Hinrichtung in die Hölle kämen, weil sie gegen die Statthalterschaft der Rechtsgelehrten [velayat-al-faqih] und gegen die Rechtsgelehrten (Vali al Faqih) waren. Khomeini hatte dazu eine Fatwah (religiöses Dekret) erlassen, wonach, wer gegen das Velayat al-Faqih sei, ein Kafar (Gottesfeind) sei und keine Rechte mehr habe. Jeder konnte sie mit freier Hand töten, foltern und vergewaltigen. Und heute meint Al-Bagdadi dasselbe, nur er ist liberaler!! Ja, liberaler, weil er Sunniten, die ihm nicht glauben, nicht tötet. Die Mullahs dagegen haben Schiiten, die Khomeini nicht anerkennen wollten, getötet. Mehr als 100.000 Menschen, von ihnen fast 98% Schiiten wurden hingerichtet.

Velayat al-Faqih ist ein Regierungsmodell. Es besagt, dass der Vali al-Faqi (der Rechtsgelehrte) in der Zeit, in der Iman Mehdi (der 12. Imam der Schiiten, der noch verborgen ist und der Welt Frieden, Fortschritt und Freiheit bringen wird) noch nicht wiedergekommen ist, als sein Vertreter auf der Welt herrscht. Zum ersten Mal hat Khomeini 1963 in seinem Buch „Velayat al-Faqih“ dargestellt, was er für die islamischen Länder und dann für die ganze Welt vorhat.
Man muss ihm sowieso gehorchen, sonst wird man bestraft und man hat im Jahr 1988 gesehen, was er mit Strafe meint. Und Nuri al-Maleki, früherer Premierminister des Irak, ein Schiit, hat in den acht Jahren seiner Regierungszeit die Sunniten massakriert und die Sunniten für den Terrorismus empfänglicher gemacht, weil die Menschen systematisch durch schiitische Herrscher unterdrückt und massakriert wurden. Die USA haben Maleki immer unterstützt. Das ist der wichtigste Grund dafür, dass der ISIS heute so stark ist.

Was ist die Lösung?
Beide, ob schiitisch oder sunnitisch, glauben nur an Gewalt als Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele. Sie reden sich ein und wollen der Welt weismachen, sie handelten im Namen aller Moslems. Sie sehen in anderen Religionen eine Gefahr für sich selbst. Im Iran wurden früher  auch Pfarrer systematisch ermordet.
Khomeini hatte am Anfang seiner Herrschaft fast 95 % der Menschen hinter sich. Er konnte sich als Vertreter der Religion bei den Menschen durchsetzen.
Dann haben unsere Eltern und Großeltern, ohne zu wissen, wen und was sie wählten, ihm und seinen Mullahs ihre Stimmen gegeben. Damals glaubte uns niemand, dass diese Leute nichts Gutes tun wollten.

Wir Intellektuellen begannen gegen sie zu schreiben. Man konnte uns nicht vorwerfen, wir seien keine Moslems. Wir beteten fünfmal am Tag, tranken keinen Alkohol und aßen kein Schweinefleisch. Wir hielten uns mit Überzeugung an die Regeln der Religion, waren aber gegen die Regeln der Mullahs. So hörten die Leute uns zu. In islamischen Ländern sind die Menschen religiös orientiert. Man kann keine Aufklärungsarbeit tun und die Religion beiseite lassen. Unsere Bevölkerung hat bald das Gesicht der Fanatiker erkannt und sich vom Fanatismus distanziert. Weil das Regime zwei Jahre nach der Revolution von jenen 95 Prozent nicht mehr viele Menschen hinter sich hatte, begann am 20. Juni 1981 die erste Welle der Hinrichtungen im Iran.

Die Lösung ist ein anderer Islam: modern, tolerant und verantwortungsvoll. Es ist der falscheste Weg, ohne Achtung vor den islamischen Regeln gegen Fundamentalismus und Radikalismus vorzugehen. Das erzeugt nur mehr Feinde als Freunde.Hier in Deutschland kann man ohne Beachtung der islamischen Gewohnheiten und Regelungen nicht vorgehen. Man muss erklären, dass man nicht gegen den Islam, sondern gegen diese mörderische Ideologie des ISIS und der Mullahs ist. Diese haben mit der Religion nichts zu tun.

Der Islam hat großartige Regeln für friedliche Zusammenarbeit. Er ist tolerant. Diese Botschaft soll man verbreiten ohne gegen den Islam zu werben. Das ist die einzige Lösung, wie wir es im Iran auch erfahren haben. In Deutschland muss man den demokratischen Islam intensiver vorstellen und unterstützen. Hass gegen Islam und Moslems ist der falscheste Weg. In den nächsten 10 Jahren wird die Gefahr des Islamismus die Menschheit bedrohen.

Mohammad Moshiri
Forum für Toleranz und Menschenrechte
Berlin, 15.11.2014