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menschenrechtsverein.org

Anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes machen wir auf die anhaltende Verfolgung von Christen im Iran aufmerksam und rufen die Vereinten Nationen zu wirksamen Maßnahmen zum Schutz der vom Teheraner Regime verfolgten Christen auf. Besonders an Weihnachten drohen den Christen im Iran Razzien und Festnahmen, vor allem in den Hauskirchen.

 

Dem aktuellen Bericht des UN-Beauftragten für Menschenrechte im Iran, Ahmed Shaheed, zufolge sind derzeit im Iran mindestens 300 Menschen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften in Haft, weil sich von ihrem Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit Gebrauch gemacht haben. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.

Der Bericht hält fest, dass Pastoren festgenommen wurden, weil sie Gottesdienste in Persisch abhielten oder „mit Iranern mit islamischem Glauben redeten“. Im April 2014 stürmten Regime-Polizisten einen Ostergottesdienst in einem Privathaus in Süd-Teheran und verhafteten sechs Personen. „Auch Anwälte, die Baha'is oder Christen verteidigen, werden verfolgt“, fährt der Bericht fort. „Viele von ihnen kommen selbst ins Gefängnis oder fliehen aus dem Land.“

Weil das Teheraner Regime die Bekehrung zum Christentum als Angriff auf die staatliche Sicherheit ahndet, wagen viele offizielle Kirchen es nicht mehr, Konvertiten aufzunehmen. Immer mehr Christen müssen sich darum in Hauskirchen versammeln, die ihrerseits enorm unter dem Druck des Staates stehen.

Hier Beispiele von Christen, die zurzeit im Iran in Haft sind:

 

Maryam Nagash Zargaran (Bild) ist Mitglied der Pfingstkirche „Assemblies of God“ und engagiert sich in einer Hauskirche. Ein Revolutionsgericht in Teheran verurteilte die 36-Jährige, die vom Islam zum Christentum übergetreten ist, im vergangenen Jahr zu vier Jahren Haft. Im Urteil wurde ihr „Propaganda gegen das islamische Regime und Untergrabung der nationalen Sicherheit“ vorgeworfen. Am 15. Juli 2013 trat sie die Haft im Teheraner Evin-Gefängnis an. Die Christin ist herzkrank und hat im Gefängnis große gesundheitliche Probleme.

 

Der iranisch-amerikanische Pastor Saeed Abedini (im Bild mit seinen Kindern) wurde im Juli 2012 wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ – eine häufige Anklage gegen politische Gefangene und Christen – zu acht Jahren Haft verurteilt. Abedini war früher Muslim gewesen und im Jahr 2000 zum Christentum übergetreten. Er gründete an 30 Orten Hausgemeinden.

 

Pastor Behnam Irani (im Bild mit seiner Tochter), der bis vor kurzem der Gefahr einer drohenden Todesstrafe ausgesetzt war, wurde im Oktober 2014 von einem iranischen Gericht zu sechs Jahren Haft verurteilt. Irani war bereits 2011 wegen angeblicher “staatsfeindlichen Aktivitäten” und “Verstoß gegen die öffentliche Ordnung“ zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mit dem neuen Urteil drohen dem Familienvater, der mehrere christliche Hausgemeinden betreute, nun insgesamt 12 Jahre Haft. Er ist seit dem 31. Mai 2011 im Gefängnis und wurde wiederholt gefoltert.

Pastor Farshid Fathi (Bild) ist seit Dezember 2010 inhaftiert und wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Pastor Fathi, Leiter eines Hauskirchen-Netzwerkes, war am 26. Dezember 2010 zusammen mit mehreren Christen verhaftet worden. Zeitweilige Einzelhaft, Verweigerung des Besuchs durch Angehörige sowie harte Verhöre kennzeichnen seine Haft bis heute. Am 17. April 2014 wurde Fathi im Teheraner Evin-Gefängnis verletzt, als er Schläge vonseiten der Gefängniswärter gegen einen anderen Gefangenen abwehren wollte. Er erlitt dabei Knochenbrüche am Fuß.